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Mittelohrentzündung beim Kind

Die akute Mittelohrentzündung (Otitis media) ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten im Kindesalter.

Bei manchen Kindern sind die Ohren einfach eine empfindliche Stelle. Egal ob Sommer oder Winter – immer wieder mal haben sie Ohrenschmerzen

Mittelohrentzündung häufig bei kleinen Kindern

Besonders häufig tritt die Erkrankung bei den Jüngsten im Alter von sechs Monaten bis sechs Jahren auf.

Bis zum 3. Lebensjahr haben bis zu 95% der Kinder mindestens eine Mittelohrentzündung durchgemacht. 30% der Kinder haben im selben Zeitraum drei Mittelohrentzündungen erlitten. Etwa die Hälfte aller Kinder bekommt im Laufe des ersten Lebensjahrzehnts eine Mittelohrentzündung.

Mittelohrentzündung beim Baby

Mittelohrentzündungen als Begleiterscheinung bei Kinderkrankheiten

Neben den Infekten der oberen Luftwege oder einer Mandelentzündung können im Kindesalter typische Infektionskrankheiten wie Mumps oder Scharlach als Begleiterscheinung Ohrenschmerzen mit sich bringen. Ohrprobleme können sich auch in der Folge einer Masernerkrankung entwickeln. Diese Komplikationen im Ohrbereich treten inzwischen immer seltener auf, da die meisten Kinder gegen Kinderkrankheiten geimpft sind. Allerdings ist seit einiger Zeit eine gewisse Zurückhaltung gegen Impfungen, speziell gegen Masern, zu erkennen, was wiederum das Risiko für begleitende Ohrinfektionen erhöht. 

Warum leiden gerade Kinder häufig unter Otitis media?

Einerseits begünstigen ein häufiger Kontakt mit den Erregern und das noch nicht ausgereifte Immunsystem eine Mittelohrentzündung beim Kind. Andererseits ist bei Kindern die anatomische Nähe der oberen Luftwege zum Ohr für das gehäufte Auftreten von Mittelohrentzündungen als Folge von banalen Erkältungen verantwortlich.

Über die im Kindesalter noch kurze Ohrtrompete können Erreger aus dem Nasen-Rachenraum in das Mittelohr gelangen und dort eine Entzündung verursachen. Bei Kindern ist die Ohrtrompete noch so klein, dass sie schon bei kleineren Entzündungen schnell zuschwillt. Die eingedrungenen Keime können sich hinter dem Trommelfell schnell vermehren, Entzündungsflüssigkeit oder Eiter können nicht mehr aus dem Mittelohr abfließen.

Nimmt die Neigung zu Mittelohrentzündung mit den Jahren ab?

Mit den Lebensjahren und dem Körperwachstum ändern sich die anatomischen Verhältnisse im Ohr.
Das Immunsystem stabilisiert sich und die Anfälligkeit für Mittelohrentzündungen geht deutlich zurück. Bei Erwachsenen kommt eine Otitis media eher selten vor, sie leiden eher unter Entzündungen des Gehörgangs (Otitis externa).

Die Gründe für eine Gehörgangsentzündung sind vielfältig: unsauberes Badewasser im Schwimmbad, See oder Meer, überwiegend durch Bakterien wie Staphylokokken, Pseudomonas oder Pilze hervorgerufen. Häufiges Schwimmen im Sommer oder während des Badeurlaubs sowie Tauchen und Windsurfen begünstigen ebenfalls eine Entzündung des äußeren Gehörgangs. Manche Menschen klagen auch über Entzündungen des äußeren Gehörgangs nach Flugreisen oder Cabrio-Fahrten.

Ohrenschmerzen nach dem Baden

Kinder haben Gehörgangsentzündungen vor allem im Sommer:

Typisch sind plötzliche Ohrschmerzen, Juckreiz, häufig nach dem Baden oder Schwimmen. Leichtes Ziehen an der Ohrmuschel oder Druck auf den Tragus (kleiner Knorpel am Eingang des Gehörgangs) verstärkt die Beschwerden. Äußerlich ist oft ein geschwollener und geröteter Gehörgang zu erkennen.

Vorsicht: Entzündungen durch Fremdkörper im Ohr!

Es passiert manchmal schneller als man schauen kann:
Das Kind steckt sich beim Spielen ein keines Spielzeug ins Ohr und zeigt danach auf die Ohren und weint.

Verletzungen, insbesondere am Trommelfell, oder Fremdkörper im Ohr können starke Schmerzen verursachen. Darüber hinaus begünstigen sie Entzündungen im äußeren Gehörgang sowie im Mittelohr.

Ein Arztbesuch zum Abklären der Ursache der Ohrenschmerzen ist immer ratsam. Nur der Arzt kann bei Ohrenschmerzen die richtige Diagnose stellen und das Trommelfell einsehen.

Erste-Hilfe-Tipps bei Ohrenschmerzen