Otovowen
Otovowen
Weber-Weber biologische Arzneimittel

Antibiotika bei Mittelohrentzündung

In der Therapie der akuten Mittelohrentzündung (Otitis media) wurde in den letzten Jahren ein Wandel vollzogen. Wurden früher bei Otitis media routinemäßig Antibiotika verordnet, werden diese Medikamente bei unkomplizierten Mittelohrentzündungen heute sehr zurückhaltend eingesetzt.

Das hat mehrere Gründe: Zum einen wirken Antibiotika bei viralen Infekten nicht. Zum anderen haben sich durch die häufige Anwendung und den früher oft leichtfertigen Einsatz von Antibiotika sogenannte Resistenzen, also Widerstandsfähigkeiten bestimmter Bakterien entwickelt.

Studie bei Kindern mit Mittelohrentzündung belegt:

86% der Patienten benötigten kein Antibiotikum

Eine klinische Studie bei 385 Kindern zwischen ein und zehn Jahren mit einer unkomplizierten Mittelohrentzündung zeigt, dass bei sofortiger Gabe von Otovowen, einem naturheilkundlichen Medikament auf pflanzlicher Basis, der Antibiotika-Bedarf um 67% gesenkt werden kann. Bei naturheilkundlicher Therapiestrategie mit Otovowen erhielten nur 14% der Kinder ein Antibiotikum im Gegensatz zu 81% in der konventionellen Therapie. Die mit Otovowen behandelten Kinder benötigten zudem weniger Schmerzmittel und die naturheilkundliche Therapie war deutlich besser verträglich.

zur Studie

Antibiotika schädigen die Darmflora

Eine in der Fachzeitschrift Microbiology publizierte Studie zeigt, dass die Darmflora nach einer Antibiotika-Behandlung wesentlich länger braucht um sich zu regenerieren als bislang angenommen. Die Darmflora ist an der Abwehr von Krankheitserregern beteiligt und hat einen großen Einfluss auf das Immunsystem. Eine gesunde Darmflora ist somit ausschlaggebend für eine stabile Gesundheit Ihres Kindes. Schon nach einer siebentägigen Antibiotika-Einnahme können sich Resistenzen entwickeln. Diese Resistenzen schwächen die Wirkung von Antibiotika oder neutralisieren sie sogar. Bei übermäßiger Antibiotika-Einnahme kann das Immunsystem geschwächt werden und zu immer wiederkehrenden Krankheiten führen, die sich aufgrund von Resistenzen nicht mit Antibiotika behandeln lassen. Vor diesem Hintergrund gewinnt ein wohlüberlegter Antibiotika-Einsatz erheblich an Bedeutung.

Mikrobiotika schützen Darm und Immunsystem

Quelle: Jernberg C et al: Long-term impacts of antibiotic exposure on the human intestinal microbiota. Microbiology 2010; 156:3216-23

Wirksamkeit und Resistenzen

Die Konzentration eines oral eingenommenen Antibiotikums, die tatsächlich im Mittelohr ankommt, ist relativ gering und deshalb entsprechend hohe Dosen erforderlich. Damit riskiert man bei der häufigen Gabe eines Antibiotikums die Entwicklung von Resistenzen, d. h. die entsprechenden Keime reagieren dann weniger oder gar nicht mehr auf Antibiotika.

Antibiotika - kaum Einfluss auf den Therapieerfolg

In den Patientenleitlinien der Universität Witten/Herdecke steht zu lesen:

Bei der Behandlung von Mittelohrentzündungen hat sich gezeigt, dass schwierige Verläufe (z. B. Ausbreitung der Entzündung auf den Schädelknochen oder Hörverlust) durch die Behandlung mit Antibiotika nicht vollständig verhindert werden konnten. Kinder, die keine Antibiotika einnehmen, haben nahezu genauso selten mit ernsthaften Folgen von Mittelohrentzündungen zu kämpfen, wie Kinder, die von Anfang an mit Antibiotika behandelt werden. Auch die Dauer der Krankheit lässt sich durch Antibiotika allenfalls um einen Tag verkürzen.

Die Gabe von Antibiotika bei Kindern mit Mittelohrentzündung will also wohl überlegt sein.

Andere Länder machen es vor: Weniger Antibiotika ohne Nachteile

In den Industrieländern variiert die Gabe von Antibiotika bei der Mittelohrentzündung zwischen 20% (Niederlande) und 98% (USA und Australien). Die Niederländer gehen also wesentlich selektiver mit dem Einsatz von Antibiotika um. Die gute Nachricht: In Ländern, in denen Antibiotika bei akuter Otitis media zurückhaltender verschrieben werden, sind Komplikationen nicht häufiger zu beobachten. Innerhalb von Expertenkommissionen hat sich in den letzten Jahren ein Umdenkprozess hinsichtlich des Einsatzes von Antibiotika vollzogen. Die international anerkannte Methode "wait and see" spiegelt sich in den nationalen und internationalen Leitlinien für Kinderärzte wider.

Aktuelle Behandlungsleitlinien: Zurückhaltung mit Antibiotika

Da die Otitis media in bis zu 93% der Fälle durch Viren ausgelöst wird, ist ein Antibiotika-Einsatz meistens nicht zweckmäßig. In den aktuellen Leitlinien für Kinderheilkunde steht:

Eine virale Infektion wird nicht antibiotisch behandelt. Ebenso ist eine leichte akute bakterielle Infektion bei einem immunkompetenten Patienten in der Regel keine Indikation für eine Antibiotikatherapie.